Bau- und Kunstdenkmale

Ein Bau- und Kunstdenkmal ist ein authentisches Zeugnis der kulturellen Entwicklung der Menschheit. Es belegt diese Entwicklung durch seine Substanz und sein Erscheinungsbild und macht sie auch für kommende Generationen nachvollziehbar. Daher steht seine Erhaltung im öffentlichen Interesse.

Bau- und Kunstdenkmale können zum Beispiel Gebäude, Teile von Gebäuden, Kunstgegenstände oder Wandmalereien, aber auch ganze Straßenzüge sein. Sie führen uns vor Augen, warum an dieser Stelle, diese Art von Gebäude entstanden ist und tragen zum unverwechselbaren Charakter eines Ortes bei. An Denkmalen lassen sich oft auch verschiedene Zeitschichten und Spuren ablesen, die erzählen, wieso es heute vielleicht anders aussieht als „damals“.

Klostermauer in Mühlberg (EE) – © T. Krause, BLDAM

Im Land Brandenburg wird aus geschichtlichen, wissenschaftlichen, technischen, künstlerischen, städtebaulichen oder volkskundlichen Gründen einem Objekt ein besonderer Wert zugesprochen. Diese Werte werden mit wissenschaftlichen Methoden und Forschungen festgestellt und führen schließlich zur Eintragung in die Denkmalliste. So wird mit gesetzlicher Hilfe dazu beigetragen, dass Kulturzeugnisse mit ihrer Aussagekraft gesichert und erhalten werden können.

Ansprechpartner: Dr. Georg Frank

Technik- und Industriedenkmale

Denkmale der Technik und Industrie sind historische Sachzeugnisse der Wirtschafts-, Technik-, Sozial-, Architektur- und Wissenschaftsgeschichte, der Ingenieurs- und Handwerkskunst, der Entwicklung der Infrastruktur des Landes (Verkehr, Kommunikation, Energieversorgung), der Sozialgeschichte der Arbeit und letztlich auch der Militärgeschichte sowie der Industrialisierung des Krieges. Sie sind Zeugnisse der historischen Grundlagen unseres heutigen Wohlstandes, aber auch von verheerenden Kriegen und Konflikten der Vergangenheit und des Kalten Krieges. Die Entfaltung Berlins am Ende des 19. Jh’s zur weltweit größten Industriestadt wäre ohne die Ressourcen Brandenburgs für Energie, Baumaterialien und Nahrungsmittel undenkbar. Die hauptstadtgebundene Industrialisierung Brandenburgs stellt einen Sonderweg dar.

Dampfpumpenhaus in Potsdam © M. Baxmann, BLDAM

10 bis 15 Prozent des Denkmalbestandes des Landes Brandenburg sind dieser Denkmalgattung zuzuordnen. Ihre Bandbreite reicht von den Mühlen als erste Universalmaschinen bis zu den Produktionsstätten der industriellen Energieversorgung mit ihrer komplexen Maschinen- und Anlagentechnik oder der ehemaligen Heeresversuchsstelle Kummersdorf.

Ansprechpartner: Dr. Matthias Baxmann

Raketenprüfstand Heeresversuchsanstalt Kummersdorf (TF) © M. Baxmann, BLDAM

Gartendenkmale

Gegenstand der Gartendenkmalpflege sind vom Menschen gestaltete historische Landschaften, wie z.B. Guts- und Schlossparks, Stadtparks, Stadtplätze, Promenaden, Hausgärten, Freiflächen in Siedlungen, gestaltete Feld-, Wiesen- und Waldflure, Friedhöfe.

Schlosspark Steinhöfel (LOS), chinesischer Pavillon © T. Volkmann, BLDAM

Sie bestehen aus natürlichen Gestaltungsmitteln, wie dem Relief des Geländes, der Vegetation, dem Wasser, Gesteinsformationen usw., sowie künstlichen Elementen, wie z.B. Bauwerken, Kleinarchitekturen, Skulpturen, Einfriedungen, Wegen und Plätzen. Zum gestalterischen Wirkungsraum eines Gartendenkmals kann auch seine Umgebung gehören, mit der es z.B. durch Blickbeziehungen und Sichtachsen verbunden ist.

Als Denkmale sind Gärten ein Geschichtszeugnis einer besonderen Nutzung oder künstlerischen Gestaltung und besitzen einen historischen, künstlerischen, wissenschaftlichen oder städtebaulichen Wert, der ein öffentliches Erhaltungsinteresse begründet.

Ansprechpartner: Torsten Volkmann

Gestaltete Feldflur bei Garz (OPR) © T. Volkmann, BLDAM